Zwischen U8-Chaos, Female Empowerment und der perfekten Playlist: 10 Fragen an Maria von beherzt.
Was passiert, wenn man einer kreativen Brand eine analoge Kamera in die Hand drückt? Man bekommt keine perfekt durchgestylten Hochglanz-Feeds, sondern die ungeschönte, ehrliche Realität. Wir haben Maria von beherzt. auf ihrem täglichen Weg durch die Berliner Parallelwelten begleitet. Wer und was steck hinter den tiefgründigen Gesprächskarten-Sets? Ein Gespräch über die Würze im Alltag, die Kraft von Female Teams und die Kunst, trotz „Wahnsinnsfahrt“ immer rechtzeitig Pausen zu machen.
1. Was treibt dich morgens aus dem Bett?
Maria: Schon die erste große Frage! Ganz ehrlich: Wo ist mein Kaffee und wer wird ihn mir ans Bett bringen? Wenn ich mich jedoch ernsthaft frage, was mich morgens aus dem Bett treibt, dann ist es eher das Ausbleiben von Schwere, Angst oder Druck und die beflügelnde Lust auf den Alltag. Das ist vielleicht *not that deep*, aber im Alltag liegt nun mal die Würze.
2. Was ist der unglamouröseste Teil deines Alltags, den niemand auf Instagram sieht?
Maria: Die Antwort auf diese Frage ist unumstößlich mein Weg in den Coworkingspace im Herzen Neuköllns, direkt am Hermannplatz. Da unser beherzt.-Team verteilt in ganz Europa arbeitet, gibt es kein festes Office und keinen festgelegten Ort, von dem aus wir wirken. Als Social-Media-Team haben wir uns bewusst einen kreativen Ort mit inspirierendem Spirit ausgesucht – den Coworking Space „Velt“. Der Weg dorthin steht jedoch eher im Zeichen: „Eine neue Runde, eine neue Wahnsinnsfahrt.“
Maria: Die Abläufe sind mit einigen Ausnahmen immer wieder ähnlich: Von der Haustür zur Tram, vielleicht schon eine Minute zu spät, und ab zur ersten Hürde: Alexanderplatz. In der U-Bahn, zum Frühstück eine Brezel gekauft, geht es weiter in die U8. Das ist ein Ort, an dem jetzt neben großen Liebesgeschichten, Dramen, undefinierbaren Gerüchen und Flecken in den nächsten 20 Minuten extrem viel passieren kann. Hier entstehen die Geschichten, die man erzählt, wenn Freund*innen fragen: „Und, wie ist es so in Berlin?“. Vielleicht begegnest du deinem ersten freundlichen Lächeln am Tag oder es bleiben mehr Fragezeichen zurück. Unglamourös, aber dennoch ehrliches Großstadtleben. Für mich persönlich ist das allerdings nur genießbar mit Noise-Cancelling-Kopfhörern und Musik in den Ohren.
3. Welche Dinge, Orte, Menschen inspirieren dich zur Zeit?
Maria: Mich inspirieren Personen wie meine unerschrockenen Kolleginnen bei beherzt., female Rap Artists wie Doechii oder Little Simz oder meine Zwillingsschwester, die viel zu weit von mir entfernt wohnt.
Was diese Personen gemeinsam haben? Sie sind präsent, sie sind mutig und stoßen Veränderungen an, die meine und eure Welt so gut gebrauchen kann.Maria: Meine Kreativität lebt außerdem von unzähligen Ordnern mit den Namen „Inspo“, „Inspiration“, „Inspiiiiiration“ oder „letzterInspoOrdnerversprochen“ voller Screenshots und Fotos auf meinem Telefon und Notebook, gesammelt für zukünftige Projekte.
Wenn gar nichts mehr geht und die Inspiration sich nicht mehr blicken lässt, hilft nur ein Ausflug in die unzähligen Berliner „Parallelwelten“, um aus dem Kopf zurück ins Fühlen zu kommen. So findet man Inspiration im Burgerladen „Piri’s“ in Neukölln, wo australische Dudes fettig-scharfe Burger braten und Menschen auf Bierbänken voller Liebe Rugby schauen. Oder mit unzähligen weiteren Personen am Kanal zu sitzen und das Leben um dich herum geschehen zu lassen. Oder sich den lauen Wind beim Radfahren um die Ohren wehen zu lassen. Am Ende sind es doch wieder die kleinen Dinge, die inspirieren. Ich reise zwar auch gern, aber diese Inspiration ist eher ein Liebesbrief an mein Umfeld und an Berlin.![]()
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4. Wenn du deinem aktuellen Lebensabschnitt einen Filmtitel geben müsstest, wie würde er heißen?
Maria: „Von null auf hundert und dann zum Pilates.“
5. Was hast du durch deine Arbeit über dich gelernt?
Maria: Ganz klar: NICHT OHNE MEIN TEAM! Mit krassen Frauen zusammenzuarbeiten, ist ein echtes Privileg. Mein persönliches Learning ist, dass Arbeit nicht immer schwer sein muss. Ja, es darf sogar jede Menge Spaß machen, obwohl es Arbeit ist. *Trust and Believe*, es ist vollkommen okay, zunächst nicht alles zu wissen, etwas lost zu sein und zuerst Google zu fragen. Kurz durchatmen und die Lösung kommt schneller, als du denkst. Mein Arbeitsalltag baut sich mittlerweile organisch um meine Bedürfnisse herum auf und wir verfolgen einen gemeinsamen Rhythmus. Und ganz wichtig: PAUSEN SIND WICHTIG! Ach ja, und ich mag Gelb doch viel lieber als gedacht. ;)
6. Worauf bist du stolz?
Maria: Ich bin stolz auf meine feinst zusammengestellte Lieblingssongs-Playlist auf Spotify und die Muße, diese zu hegen und zu pflegen. Ebenso auf meine Fähigkeit zu beobachten, zu lernen, mich reinzufühlen und regelmäßig in meine Gefühlswelt einzuchecken. Aber um ehrlich zu sein: Mehrmals die Woche zum Sport zu gehen, erfüllt mich mindestens genauso sehr mit Stolz wie all die vorherigen Punkte.
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7. Welches Projekt würdest du sofort starten, wenn es kein „Scheitern“ gäbe?
Maria: Kimchi ansetzen! Ich würde von mir selbst nicht behaupten, besonders begabt, geduldig oder kreativ in der Küche zu sein. Was ich allerdings liebe, sind fermentierte Lebensmittel – und sie zu essen. Immer wieder kommt mir der Gedanke, sie selbst herzustellen, umgesetzt habe ich ihn bisher jedoch nie. Vielleicht ändere ich das, wenn meine Kollegin Lisanne ihr unfehlbares Kimchi-Rezept mit mir teilt. Solange das Risiko einer Lebensmittelvergiftung aber noch real erscheint, werde ich wohl weiterhin Unsummen im Restaurant lassen. Oder, klug formuliert: Ich sollte einfach endlich nach dem Rezept fragen.
8. Wofür hättest du gerne viel mehr Zeit?
Maria: Ich würde mir mehr Zeit für die Hunderunden meiner Freund*innen wünschen, fürs Zusammensitzen in der Küche, beim Kochen zuschauen, Pflanzen umtopfen und all die kleinen Alltagsmomente. Im Erwachsenenleben sehen wir uns meist nur noch bei geplanten Kaffeedates, Restaurantbesuchen oder Museumsrunden. Dabei würde ich so gern den „echten“ Alltag sehen. Nur zu oft sehen wir nur mini-kleine Ausschnitte aus dem Leben unserer Liebsten. Einfach die Zeit vergessen und mit dem Flow gehen.
Ich wünsche mir Sleepovers, morgens mit Beißschiene nebeneinander aufwachen, die erste Stunde nicht aus dem Bett zu kommen und danach auf dem Balkon die großen und kleinen Themen der vergangenen Woche feinsäuberlich zu sezieren, um danach noch einen Kaffee zu trinken.9. Was fällt dir bis heute richtig schwer?
Maria: Es sind die Klassiker, die sich hartnäckig halten. Ausreichend Pausen zu machen und sie nicht zu übergehen, eine gesunde Balance zwischen Arbeit und Privatleben zu finden, Schlafenszeiten ernst zu nehmen und genug Wasser zu trinken – idealerweise mehr als zwei Liter am Tag. (Vielleicht direkt jetzt ein Glas Wasser holen ...) Was aber das Schwierigste ist: die eigene Bildschirmzeit zu begrenzen. Nicht noch schnell aufs Handy zu schauen, „nur kurz“ Mails zu checken oder sich in Social Media zu verlieren. Zeit für mehr analoge Hobbys.
10. Was lernst du gerade neu?
Maria: Mein Freund versucht mir gerade Skateboard fahren beizubringen. Ihr dürft dreimal raten, wie nah ich daran bin, Tony Hawk zu sein! Aber das Gefühl, etwas völlig Neues zu lernen, ist unvergleichlich. Unvergleichlich frustrierend und dennoch absolut belebend. So unspektakulär es auch klingen mag: Auch hier lerne ich Geduld und vielleicht, die eine oder andere Grenze zu setzen.
Alles in allem kann jeder Tag der schönste deines Lebens sein – zumindest bis zum ersten Knochenbruch.Wir sagen: Danke Maria! – Für diesen herrlichen Einblick in das Berliner Büro von beherzt., der uns große Freude beim Lesen gemacht hat.
Skippt jetzt den Small-Talk & entdeckt die Gesprächskarten-Sets von beherzt. mit: 90 Fragen, die verbinden., nackt., mehr wir. und viele mehr.Veröffentlicht am 27. Juli 2026, Talisa